Zum Vergessen Gut


Colvino
Gebackenes Fladenbrot mit Bresaola und Parmesancreme €8,-
Tagliatelle mit schwarzem Trüffel €14,.


Wir sind hier fehl am Platz. Das ist unser erster Gedanke, als wir beim Colvino im Schwabenzentrum mit zwei kleinen Kindern aufkreuzen. Eine Vinothek mit angeschlossener Gastronomie, eine wahnsinnig stylische obendrein. Wir sehen unsere Kinder bereits ein Regal mit sündhaft teuren Weinen umschmeißen und sämtliche Gäste, die ihren Feierabend beim entspannten Feinkost-Aperitivo einläuten, ziemlich unentspannt zu uns hinüberschauen.

Zum Glück dauert es nur Minuten, bis wir – vor allem dank der Gastgeber – im kinderfreundlichen Italien angekommen sind. Die Kleinen bekommen auf Wunsch Nudeln mit Parmesan, wir dagegen das Beste, was die italienische Küche zu bieten hat: Die veganen Crostini mit würzigen Pasten aus Artischocke, getrockneten Tomaten und scharfen Peperoni für fünf Euro sind so kross wie saftig, die selbstgemachten Capelletti con Prosciutto in cremiger Parmesansauce (€12,-) eine der besten Pastas, die wir je in Stuttgart aßen.

Dazu gibt es auf Empfehlung einen passenden Sauvignon blanc Marco Bontanfe (0,2 |, €6,-), sowie zur alkoholfreien Erfrischung fruchtig-herben Chinotto (€3,50). Einst in Italien als Alternative zu Cola erfunden, ist die Variante hier längst zum Geheimtipp geworden. Gekrönt wird die Menüfolge von dem reichhaltigen Teller „Antipasto Colvino“ für 24 Euro – unter anderem mit Büffelmozzarella, Trüffelmortadella, in Wein getränktem Schinken und Caciocavallo-Käse. Vor lauter Genuss kommt uns plötzlich die Frage: Wo sind eigentlich die Kinder Hin? Die beruhigende Antwort: schmatzend nebenuni am Tisch.

●●●●● Essen
●●●●○ Ambiente
●●●●● Service


Artikel übernommen aus:
LIFT – Das Stuttgart Magazin
Stuttgart geht aus
Ausgabe 2020